Der Unterschied zwischen Spitzensteuersatz und Spitzenverdiener

Am 31. Mai müssen wieder Millionen Bürger ihre Steuererklärung abgeben. Ob sie dabei gegen geltende Steuergesetze verstoßen haben, wissen sie oft nicht. Wer denkt, Bürokratieabbau sei überflüssig, hat noch nie eine Steuererklärung gemacht. Noch nicht einmal die Finanzämter können verbindliche Aussagen treffen.
Angesichts des 31. Mai plädiert die FDP Politikerin Bettina Stark-Watzinger dafür, dass das deutsche Steuersystem eine Generalüberholung erhält. „Wir brauchen nicht nur eine Vereinfachung, wir brauchen eine Neustrukturierung. Es klingt wie ein schlechter Witz, aber leider ist es die traurige Wahrheit. Man muss in Deutschland kein Spitzenverdiener sein, um den Spitzensteuersatz zu zahlen.“ Jeder elfte Arbeitnehmer zahlt, laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, den deutschen Spitzensteuersatz von 42%. Das heißt, ab einem zu versteuernden Einkommen von knapp unter 54.000€ greift in Deutschland der Spitzensteuersatz. „Das sind nicht die sogenannten Reichen, sondern Facharbeiter, Lehrer und Handwerker und viele mehr. Es sind die Menschen, die in der Mitte unserer Gesellschaft stehen und für ihre Familien sorgen. Es ist mir unverständlich, die große Koalition hatte vier Jahre Zeit, hat Steuereinnahmen wie noch nie und nichts für diese Menschen getan,“ kritisiert Stark-Watzinger. Der Staat profitiert von der momentan guten wirtschaftlichen Lage und den niedrigen Zinsen, jedoch dem deutschen Arbeitnehmer bleibt kaum etwas zum Sparen. „Es ist Zeit für eine Steuerwende in Deutschland. Der 31.Mai darf nicht der Hoffnungstag für alle Arbeitnehmer sein, vielleicht ein kleines bisschen vom Staat zurück zu bekommen. An unserem Steuersystem muss sich grundlegend etwas ändern. Wir wollen die Stromsteuer senken, den Soli abschaffen, die kalte Progression lindern und die Hinzuverdienst-Möglichkeiten für Hartz-IV-Bezieher erhöhen. Wir wollen eine Entlastung, die alle spüren, der Rentner, der Bafög-Bezieher, der Hartz-IV-Empfänger und natürlich die vielen fleißigen Arbeitnehmer in unserem Land.“